Haus Zang – Low-Tech Holzhaus mit hoher Wohnqualität

 

Ein kompakter Neubau in Goldbach bei Aschaffenburg, der zeigt, wie sich Reduktion und hohe Wohnqualität selbstverständlich verbinden lassen. Haus Zang wurde nicht als architektonisches Statement entworfen, sondern als verlässlicher Rahmen für den Alltag einer sechsköpfigen Familie. Klar in der Struktur, präzise in der Ausführung und offen für Veränderung. Für diese Haltung wurde das Projekt in die Longlist „Häuser des Jahres 2024“ aufgenommen.

 

Auf einem 485 qm großen Grundstück entstand ein Zuhause, das sich wie ein Maßanzug an die Bedürfnisse der Familie und die örtlichen Gegebenheiten anpasst. Der Holzrahmenbau fügt sich harmonisch an die bestehende Häuserzeile und nutzt die Grenzbebauung geschickt aus. Die markante, dunkelgraue Metallfassade aus Aluminium wirkt modern und identitätsstiftend, ist dabei aber vollständig rückbaubar und dient als langfristiges Rohstofflager, während Fensterelemente aus Lärchenholz die kühle Hülle gliedern.

 

Das Energiekonzept verzichtet bewusst auf eine komplexe Hightech-Orgie. Statt einer wassergeführten Heizung oder Wärmepumpe bildet ein zentraler Römerofen das Herz des Hauses. Er liefert nicht nur die strahlende Wärme für den offenen Grundriss, sondern dient der Familie auch zum Backen und Kochen. Unterstützt wird das Konzept durch Infrarot-Deckenstrahlplatten von Vitramo, die bei Bedarf mit PV-Strom vom eigenen Dach zugeschaltet werden. Warmwasser wird dezentral und effizient über Durchlauferhitzer erzeugt, was Leitungswege und Energieverluste spart. Im Inneren dominieren ehrliche, rohe Materialien. Ein besonderes Highlight ist der Lehmputz: Statt den Aushub der Baugrube teuer zu entsorgen, verarbeitete die Baufamilie ihn in Eigenleistung zu einem hochwertigen Innenputz, der für ein perfektes Raumklima sorgt. Kombiniert wird dies mit sichtbaren Holzbalkendecken aus Fichte und Böden, die ohne klassischen Estrich auskommen – im Erdgeschoss bildet ein flügelgeglätteter Betonboden auf Schaumglasschotter die Basis, im Obergeschoss liegen Dielenböden auf einer Schüttung aus Sand und Splitt.

 

Auch der Grundriss ist auf Veränderung und Flexibilität ausgelegt. Statt starrer Wände zonieren Möbel und Textilien die Räume. Ein gelber Vorhang trennt bei Bedarf die Küche vom Essbereich. Im Obergeschoss lassen sich die vier Kinderzimmer durch Schrankelemente separieren oder später zu zwei großen Räumen zusammenlegen. Raumhohe Schiebetüren verbinden die Kinderzimmer großzügig zum Spielflur. Haus ZGo beweist eindrucksvoll: Wer Konventionen weglässt, gewinnt an Lebensqualität.

Fensterdetail im Erdgeschoss des Haus Zang mit tiefen Holzlaibungen und dunkel profilierter Metallfassade.

  • Architektur
  • Innenarchitektur
  • Vorentwurf
  • Entwurf
  • Bauantrag
  • Werkplanung
  • Fassadenplanung
  • Bauleitung
  • Entwurf und Werkplanung sämtlicher Möbel und Einbauten

  • Entwurf und Bauantrag 04.2020
  • Baubeginn 01.2021
  • Fertigstellung 11.2021 mit ganz viel Eigenleistung

  • Bodenplatte mit flügelgeglättetem Beton auf Schaumglasschotter-Dämmung
  • Holzrahmenbau mit Holzbalkendecken
  • Treppe aus Konstruktionsvollholz (KVH)
  • Hinterlüftete Metallfassade und Metalldach mit individuell gekantetem Profil
  • Massivholzgarage mit Zimmermannsverbindungen
  • Lehmputz mit Material aus der Baugrube in Eigenleistung

  • sehr gut gedämmter Holzbau
  • Grundofen (auch zum Backen und Kochen) im Erdgeschoss mit einschaligem Kamin
  • Infrarot-Direktheizung zur Unterstützung des Ofens
  • Durchlauferhitzer (2 Stück) für die Warmwasserbereitung
  • 10 kWp PV + Batteriespeicher
  • (keine wassergeführte Heizung, nur Kaltwasserleitungen im gesamten Haus)

  • Grundstück 485 qm
  • Wohnfläche 145 qm
  • 6 Bewohner

Goldbach bei Aschaffenburg

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